WhatsApp Alternativen

Im Jahr 2014 haben wir vom Robotertelefon eine Episode bzgl Whatsapp und die Alternativen veröffentlicht. Link

Damals haben wir Threema, Chatsecure, Whistle.im, Line und Telegram besprochen.

Aktuell berichtet die Tagesschau, dass der ehemalige Besitzer und Erfinder von WhatsApp, Jan Koum, bei Facebook ausgestiegen sei. Inwieweit das mit der möglicherweise geplanten Monetarisierung von WhatsApp in Verbindung stehen könnte, ist derzeit nicht bekannt. Im Jahre 2012 hatte Koum im WhatsApp Blog geschrieben, warum es keine Werbung mit ihm geben wird.

Der andere Gründer, neben Koum, hatte bereits 2017 seinen Hut genommen.

Es ist also derzeit wieder mal Zeit, über Alternativen zu WhatsApp nach zu denken.

Eine Information vorab: Ich bin kein Cyber Security Experte, möchte mich hier auch gar nicht als Solcher profilieren. Meine Aussagen und Informationen wurden nach bestem Wissen und Gewissen zusammen getragen. In den Kommentaren kann gern hierzu Feedback hinterlassen werden.

WhatsApp Alternativen

Es hat sich nicht allzu viel geändert seit 2014. Folgende Alternativen sind noch vorhanden oder sind neu hinzu gekommen, die auf Android und iOS funktionieren:

  • Threema
  • Signal
  • Telegram
  • Wire
  • Chatsecure mit XMPP Support
  • Kik
  • Hoccer
  • SMS
  • Viber
  • Skype (for Business)
  • Googles Allo
  • Facebook Messenger

Die durchgestrichenen Messenger fallen aufgrund unterschiedlichen Gründen aus der Liste der Alternativen zu WhatsApp. Facebook Messenger, Googles Allo benötigen einen dedizierten Account der beiden größten Datensammelunternehmen. Microsoft mit Skype verdient derzeit (noch) in anderen Geschäftsbereichen Geld und hat, würde ich behaupten, nicht das Interesse wie die beiden werbegetriebenen Unternehmen Facebook und Google. SMS hat nicht die Möglichkeit längere Nachrichten, Bilder und Videos ohne Probleme zu verschicken und zu empfangen.

Andere Anbieter wie Slack, Discord, Rocket und andere Team-Messenger fallen ebenfalls aus der Aufzählung, da diese auf einen speziellen Nutzerkreis limitiert sind und eher für die Kommunikation zwischen Teams und Gamern gedacht sind.

Aus eigener Erfahrung kann ich detaillierte Berichte zu Threema, Telegram und Signal liefern. Die anderen Alternativen müssten getestet werden.

Im Grunde wissen wir doch alle, dass wir irgendwann auf eine Messenger Alternative wechseln müssten.

Warum aber eigentlich wechseln? Was sind die Gründe?

WhatsApp funktioniert, ist einfach zu nutzen und gefühlt hat das jeder. Mit Komfort kommt meist aber auch das Problem, dass irgendwas (Wichtiges) auf der Strecke bleibt. Im Falle von WhatsApp wird das Adressbuch (regelmäßig) ausgelesen. Link

Es wird von einer verschlüsselten Übertragung gesprochen, nicht aber von einer Verschlüsselung der Information selbst. Heißt, die Rufnummer, oder vielleicht gar sämtliche Adressinformationen, werden via https übertragen, nicht die Verschlüsselung der Information.
Es gibt zwar ein Whitepaper bezüglich der Security, inwieweit dies aber (noch) aktuell ist, steht in den Sternen. Whitepaper

Im Grunde darf keiner WhatsApp nutzen, wenn nicht eine schriftliche Bestätigung aller im Adressbuch gespeicherter Kontakte vorliegt, dass man Rufnummer (und Name?) mit WhatsApp teilen darf. Link

Dies trifft bei privater Nutzung zwar zu, aber ist hier mit wohl recht geringen rechtlichen Risiken verbunden. Anders sieht es hier im geschäftlichen Umfeld aus. Dies ist aber mit einem entsprechend spezalisierten Rechtsanwalt oder Datenschutzbeauftragten zu klären.

Welchen Messenger soll ich nun nutzen?

Im Grunde ist das recht einfach. Der optimale Messenger lädt das Adressbuch nicht auf den Server, wenn doch werden die Rufnummern lediglich als HASH-Wert übertragen, also pseudonymisiert. Aus 1234567890 wird ebe596017db2f8c69136e5d6e594d365 und sollte im Besten Falle nicht zurück gerechnet werden (können).

Sämtliche Informationen sollten zudem im Standard verschlüsselt werden.
Also nicht nur die Nachrichten oder Rufnummern, sondern im Grunde alles.
Es wäre auch super, wenn eine dezentrale Infrastruktur vorhanden ist. Denn wenn, wie Russland vor kurzem, den Zugang zu Telegram verhindern will, ist unter Umständen wegen ein paar politischen „Unstimmigkeiten“ der Service der Nachrichtenapp eingeschränkt.

Auf Twitter und Mastodon habe ich nach Input gefragt. Es wurden Empfehlungen für XMPP ausgesprochen und auch die Finanzierung angesprochen.

Stand heute würde ich zu Threema raten. Ein aus der Schweiz entwickelter Client. Es ist nicht notwendig mit der Rufnummer oder der E-Mailadresse eine Registrierung durch zu führen. Das Adressbuch wird verschlüsselt übertragen, bzw. Rufnummer und E-Mailadresse.
Für den Client muss man etwas Geld bezahlen. Hierdurch sichert sich der Anbieter aber die Wirtschaftlichkeit.
Leider ist der Dienst abhängig von den Servern in der Schweiz.

In den nächsten Wochen werde ich die einzelnen Lösungen mal genauer unter die Lupe nehmen.


Bild stammt von: https://pixabay.com/de/internet-whatsapp-smartphone-3113279/

Eine Antwort auf „WhatsApp Alternativen“

  1. Sehr spannendes und ebenso aktuelles Thema. Ich steure gerne Praxiserfahrungen zu Threema und Wire bei. Beide sind im täglichen Einsatz.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.